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Gerechtigkeit und Freiheit für
Tomek!
Tomek
Wilkoszewski ist in Gefägnis ab März 1996. Seit über 5 Jahren ister
seiner Freiheit beraubt. Laut des Urteilsspruchs des Wojewodschaftlichen
Gerichtes in Piotrków Trybunalski soll er eine 15
Jahren lange Strafe im Gefägnis absitzen.
Was hat er den getan um so eine Strafe zu bekommen?
Tomek kommt aus einer kleinen Ortschaft neben Radomsko. Er war ein
Musterschüler gewesen - nach dem Abschluß der technischen Oberschule
wollte er studieren. Er verknüpfte das Lernen mit der Arbeit. Er war
nie gestraft gewesen und bis diesen verhägnisvollen März 1996 hat
er keinen Kontakt zu der Polizei und der Justiz gehabt. Aber er hat
Pech gehabt.
Erstens: in Radomsko - einer typischen Kleinstadt in zentralen Polen,
gab es eine Naziskinhead - Gruppe, die versuchte die Stadt zu beherschen.
Die Überffäle und Verprügelungen waren an der Tagesordnung und das
bei der Passivitätet der Polizei und der Stadtsbehörden. Meistens
wurden "die Fremden" angegriffen - d.h. Neuangekommene wie
Tomek, der jeden Tag nach Radomsko gefahren war.
Einer, der durch die Nazis zusammengeschlagen wurde, hat von der Polizei
gesagt bekommen: " wenn Du nicht angriffslustig gewesen wärest,
würdest Du nicht zusammengeschlagen gewesen, Du solltest ruhig sitzen
bleiben".
Tomek war mehrmals ein Opfer der Überfälle gewesen - einmal versuchte
man Ihm das Auge auszuklauben. Das, was später passierte, war nur
eine logische Entwicklung der Tatsachen gewesen, angesichts der fehlenden
Hilfe, die erschrockenen jungen Leute versuchten sich zu verteidigen
- der Tod eines jungen Mannes war nur ein Teil dieser Tragödie gewesen
(ein Nazi-Skinhead hat sich zum Tode ausgeblutet, als er nach dieser
Schlägerei auf einen Krankenwagen wartete).
Zweitens: Tomek wurde des Mordes angeklagt. Er hat einen Motiv gehabt,
weil er oft überfallen wurde und laut einiger Zeugen hat er bei sich
ein Messer gehabt. Dieses angebliche Verbrechenswerkzeug, das ein
Beweis der Anklage war, wurde keiner Expertise oder Untersuchungen
untergestellt, die die Anklage eindeutig bestätigen wurden. Während
des ganzen gerichtlichen Verfahrens hat es viel mehr derartige Zweifel
gegeben, aber die waren kein Argument für das Gericht, das damals
sich unter den Druck der öffentlichen Meinung niederbeugte, die einen
höheren Strafmaß verlangte.
Drittens: die Staatsanwaltschaft und das Gericht wollten etwas zeigen.
Der Urteilsspruch von 15 Jahren und die mehrjährigen Urteile für die
anderen Angeklagten waren viel strenger als die allgemein getroffenen
Urteile in polnischen Gerichten. Die Zeugen dieses Gerichtsverfahrens
waren über die Urteilsbegründung empört, die "eine erzieherische
Rolle für den Verurteilten und das ganze Milieu spielen sollte!"
Wo doch andererseits Nazi-Skinheads für einen Mord mit der Prämeditation
einen Urteil von 8 Jahren Gefängnis bekommen haben und nach 4 Jahren
wieder frei sind. Das ist eben diese Gerechtigkeit - hohe Urteile
für die "anderen" und die Armen, die sich keinen guten Anwalt
leisten können, milde für die Mafia und die Banditen.
Wir bitten: schreib einen Brief an Tomek (nur in Englisch) und wenn
es möglich wäre, um eine finanzielle Unterstützung.
Tomasz
Wilkoszewski
Zak³ad Karny
ul. Orzechowa 5
98-200 Sieradz
POLEN
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